Kinder entdecken die Natur
....... im Juli / August
Viele verschiedene Tierarten haben sich den Gartenteich und seine nähere Umgebung als Lebensraum ausgewählt. Im und am Wasser herrscht deshalb stets ein reges Leben und Treiben.
Was ist eigentlich ein Teich?
Ein Naturteich ist ein stehendes Flachgewässer mit Süßwasser.
Seine Tiefe beträgt maximal 5 Meter, die Uferböschung fällt an vielen Stellen sanft ab.
Auf dem feuchten Boden am Ufer wachsen verschiedene hohe Gräser. An der sumpfigen Uferzone siedeln sich Schilfrohr und Rohrkolben an. Im offenen Wasser fassen Schwimmblattpflanzen im Schlamm Fuß. Auf den großen Schwimmblättern der Teich- und Seerose ruhen sich viele Frösche aus. Für viele Insekten dienen die bis zu 30 cm großen Blätter als Flugzeugträger. Pflanzen sind für den Teich wichtig. Sie erzeugen den Sauerstoff, den die Wasserbewohner zum Leben brauchen.
Die Wasserpflanzen im Teich sind die Lebensgrundlage für viele Tierarten. Zum Teil ernähren sie sich von abgestorbenen Pflanzenteilen, aber sie nutzen die Pflanzen auch zur Eiablage oder als Versteck.
Foto: Reinhard
Heute werden in den Gärten meist Teiche angelegt, die vorrangig einen Zierwert haben. In diesen kleineren Ein Gartenteichen gibt es zwar nicht die Vielfalt an Pflanzen und Tieren wie im Naturteich, dennoch kann man auch hier einige tierische Bewohner und Besucher entdecken.
Auch viele Insekten sind an das Leben im oder am Teich angepasst.
Der Wasserläufer
Schaut einmal genau hin: Besonders an warmen Sommertagen flitzen schlanke Insekten mit langen Beinen wie Schlittschuhläufer auf der Wasseroberfläche über den Teich. Sie tauchen nicht unter, sondern können über das Wasser laufen, ohne einzusinken. Mit ruckartigen, blitzschnellen Bewegungen huschen sie hin und her: es sind Wasserläufer.
Foto: Danegger
Der Wasserläufer ist eine 0,7 bis 2,0 cm lange, schlanke, schwarzbraune Wanze und hat wie alle Insekten 6 Beine und 2 Fühler. An seiner Körperunterseite und am Ende der beiden langen hinteren Beinpaare trägt er einen dichten, luftigen Pelz feiner Haare, welcher das Nasswerden verhindert. Dank der Behaarung kann er nicht ins Wasser einsinken. Mit dem langen mittleren Beinpaar rudert er, das hintere Beinpaar dient der Steuerung.
Er jagt kleine Insekten, die auf die Wasseroberfläche gefallen sind. Seine Beute packt er mit den kräftigen, stark verkürzten Vorderbeinen. Der Wasserläufer lebt vom Frühjahr bis zum Herbst auf dem Wasser. In der kalten Jahreszeit überwintert er an Land. Der Wasserläufer ist auch ein guter Flieger, so dass er leicht einen Teich verlassen und ein anderes Gewässer besiedeln kann.
Der Gelbrandkäfer - ein räuberischer Schwimmkäfer im Gartenteich
An lauen Sommerabenden am Teich zu sitzen kann ein sehr spannendes Erlebnis sein. Viele Tiere im Wasser können, wenn die Hitze des Tages etwas nachlässt, gut beobachtet werden. Zu ihnen gehört auch ein Käfer, welcher seinen Namen seinem Aussehen verdankt.
Der Gelbrandkäfer ist häufig in Teichen anzutreffen. Er ist nicht nur ein hervorragender Schwimmer und Taucher, sondern auch ein guter Flieger und deshalb weit verbreitet. Das hübsch gezeichnete Tier ist mit ca. 3,5 cm Körperlänge und 2 cm Breite der größte und bekannteste Schwimmkäfer und leicht zu entdecken.
Männchen und Weibchen haben ein unterschiedliches Aussehen. Die Flügeldecken des Männchens sind glatt dunkelolivgrün und leicht glänzend. Weibchen dagegen haben braune, längs gefurchte stumpfe Flügeldecken. Die Körperteile werden bei beiden von einem breiten gelben Streifen umrahmt, welcher dem Käfer seinen Namen gab. Das Weibchen legt seine Eier an Wasserpflanzenblättern und -stängeln ab. Nach wenigen Tagen schlüpfen daraus die Larven. Sie sind S-förmig und mit 6 cm Länge besonders groß.
Foto: Hecker
Foto: Wothe
Oft ist der Gelbrandkäfer an der Wasseroberfläche zu sehen, denn zum Atmen muss er immer wieder auftauchen. Dazu stellt der Käfer das Schwimmen ein und schwebt wie ein Korken nach oben. An der Wasseroberfläche streckt das Tier seinen Hinterleib aus dem Wasser und nimmt unter den Flügeln einen Luftvorrat mit in die Tiefe. Durch seinen stromlinienförmigen Körper und die abgeplatteten, mit Schwimmborsten ausgestatteten Hinterbeine, ist er sehr gut für das Wasserdasein gerüstet. Die Hinterbeine, mit denen er durch das Wasser rudert, sind bedeutend länger als die Vorder- und Mittelbeine.
Besonders gern bewohnen Gelbrandkäfer pflanzenreiche, ruhige, seichte Uferstellen an stehenden und z. T. auch fließenden Gewässern. Die schnell schwimmenden Großkäfer gehen unter Wasser auf Jagd nach Beute. Sowohl der Gelbrandkäfer selbst als auch seine Larven sind sehr gefräßige Räuber. Sie fressen Insektenlarven, größere Wasserinsekten, Würmer, Schnecken, Kaulquappen, kleine geschwächte Fische und Fischbrut. Selbst vor Fröschen und Molchen machen sie nicht halt. Doch auch bei Beobachtungen am Teich gilt immer: leise sein - denn auch Gelbrandkäfer tauchen bei Störungen blitzschnell in die Tiefe ab.
Der Teichmolch – eine Schönheit in unserem Gartenteich
Wer sich näher mit unseren einheimischen Amphibien beschäftigt, dem öffnet sich eine faszinierende Welt. Wer am Gartenteich die Entwicklung von Froschlaich zur Kaulquappe und schließlich die Metamorphose zum Frosch beobachtet, erlebt ein Stück Evolution. Außer Fröschen gibt es aber noch andere interessante tierische Bewohner in den kleinen Feuchtbiotopen unserer Gärten.
Der Teichmolch ist 6 bis 11 cm groß und die häufigste einheimische Molchart.
Foto: Zeininger
Das Männchen hat während der Paarungszeit einen wellenförmig gezackten, durchgehenden Kamm auf dem oliv-braunen Rücken und einen breiten Schwanzsaum. Sein Bauch ist leuchtend orangerot oder dunkelgelb gefärbt. Dieses Aussehen bezeichnet man als „Wassertracht“, denn der Molch legt es sich erst nach dem Eintreffen im Laichgewässer zu. Am Kopf erkennt man 5 dunkle Längsstreifen.
Das Weibchen ist einheitlich braun gefärbt.
Beide haben am gesamten Körper dunkle runde Flecken.
Sein Lebensraum sind offenen Kulturlandschaften, aber auch lichte Wälder und natürlich Gärten, wo er sich unter Steinen, moderndem Holz, Wurzeln, in Moos oder Laub verstecken kann. Voraussetzung ist ein Laichgewässer in der Nähe. Dies sind stehende Kleingewässer (Tümpel, Weiher, Gräben) und langsam fließende Gräben. Flache saubere Teiche, welche gut besonnt und reich an Wasserpflanzen sind, werden bevorzugt. Während der Laichzeit zwischen März und Juni ist der Molch vermehrt im Teich anwesend. Die 100-300 Eier werden an Wasserpflanzen abgelegt, die das Weibchen einzeln in gefaltete Blätter einwickelt. Danach verlassen die Molche den Teich wieder und ziehen sich an schattige, feuchte Orte im Umkreis von 400 m auf dem Land zurück. Nach etwa 2 Wochen schlüpfen die 6-10 mm langen Kaulquappen, die im Teich groß werden.
Der Teichmolch gehört zu den Schwanzlurchen. Bei diesen schlüpfen aus den Eiern Larven, die bereits die Gestalt der Molche besitzen. Es entwickeln sich zuerst die Vorder- und später die Hinterbeine. Sie atmen jedoch bis zur Metamorphose über die am Hinterkopf befindlichen,
äußeren Kiemenbüschel
.
Wie alle Amphibien ist auch der Teichmolch bei der Nahrungssuche nicht sehr wählerisch. Gefressen wird meist alles, was nicht zu groß zum Herunterschlucken ist. In der Dämmerung und nachts jagt er nach Würmern, Schnecken, Wasserflöhen, Insekten, Spinnen und Froschlaich. Die Kaulquappen ernähren sich von Algen und Bakterien, die sie mit ihren kleinen Zahnreihen von der Oberfläche von Pflanzen und Steinen abschaben.
Unsere einheimischen Amphibien trinken nicht. Ihren Wasserbedarf decken sie durch die Wasseraufnahme über die Haut und über die in der Nahrung enthaltende Feuchtigkeit.
Durch die zunehmende Gewässerverschmutzung und durch das Trockenlegen vieler Teiche, Tümpel und Feuchtgebiete ist der Teichmolch relativ selten geworden und steht deshalb unter Naturschutz. Von Oktober bis März fällt er in die Kältestarre und überwintert in Gewässernähe.
Der Grasfrosch – kein Prophet im Wasserglas
Der bei uns die wohl häufigstes Froschlurch ist der Grasfrosch. Er sieht aber nicht grasgrün aus. Der zu den Braunfröschen zählende Frosch hat mit seiner variabel gefärbten Haut eine gute Tarnung.
Foto: Pforr
Die Oberseite hat eine graubraune bis rötlichbraune Grundfärbung mit einem großem dunklen Fleckenmuster. Die Unterseite ist meist viel heller und mit einer nur undeutlichen Fleckung versehen. Charakteristisches Merkmal des Grasfrosches sind die dunklen Schläfenflecken hinter dem Auge am Trommelfell und die kurze, stumpfe Schnauze.
Meist erreicht der Frosch nur eine Körperlänge von 7-9 cm, selten bis zu 11 cm. Seine langen Hinterbeinen ermöglichen ihm jedoch Sprünge bis zu 50 m. Die männlichen Grasfrösche haben 2 innere, nicht ausstülpbare Schallblasen. Während der Paarungszeit kann man den bläulich gefärbten Kehlsack deutlich erkennen. Die balzenden Männchen quaken nicht laut. Von ihnen ist nur ein dumpfes Knurren und ganz leises Grunzen wahrzunehmen.
Die Speisekarte der nützlichen Lurche ist vielfältig: Grasfrösche verzehren allerlei Insekten, Fliegen, Spinnen, Raupen, Regenwürmer und sonstige Bodentiere, besonders gern aber Nacktschnecken.
Grasfrösche sind in der Paarungszeit tag- und sonst meist dämmerungsaktiv. Sie leben an Land und bevorzugen kühle, schattige feuchte Gebiete. Die Tiere benötigen Bodenvegetation und fühlen sich an dunklen Stellen in verwilderten Gärten und auf Streuobstwiesen sowie in Parkanlagen und Laubwäldern mit reicher Streuschicht wohl. Nach der Überwinterung in und an kleinen Tümpeln und Weihern im Schlamm oder in Erdhöhlen und unter Steinen laichen sie von Februar bis April. Die Weibchen legen 2000-4000 kreisrunde, schwarze Eier in Klumpen ab, die an der Wasseroberfläche schwimmen.
Nach rund 2 Wochen schlüpfen die dunklen Kaulquappen, welche bis zu 4,5 cm lang werden und in Schwärmen in warmen Flachwasserstellen und Uferzonen zu beobachten sind. Zuerst erscheinen die Hinterbeine, später die Vorderbeine und der Schwanz der Kaulquappe bildet sich zurück. Ab Juni gehen die kleine Frösche an Land.
Grasfrösche leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch und zum Teil recht weit vom Laichgewässer entfernt.
Die Ringelnatter – ein exzellenter Schwimmer
Einer Schlange im Garten zu begegnen, das könnte im ersten Moment ein etwas schreckhaftes Erlebnis sein. Aber keine Angst, es handelt sich meist nur um eine Ringelnatter. Für den Menschen ist diese harmlose Natter vollkommen ungefährlich, sie besitzt keine Giftzähne und ist auch keine Würgeschlange. Fühlt sie sich bedroht, zischt sie lautstark oder stellt sich mit weit aufgerissenem Rachen und hängender Zunge tot, beißt allerdings äußerst selten.
Foto: Pforr
Eine ausgewachsene Ringelnatter hat eine Länge bis zu 150 cm. Die an der Oberseite grauschwarz bis stahlblau gefärbte Schlange ist auffallend gekennzeichnet: gelbe Halbmonde am Hinterkopf, eine weiße Kehle und schwarze Querbinden an den Seiten und schwarze Flecke auf dem Rücken. Die Bauchseite ist meist weiß mit grauschwarzen Flecken gesprenkelt. Die Schuppen der Haut sind scharfkantig und geben dem Kriechtier am Boden den nötigen Halt.
Um interessante Gerüche aufzunehmen, züngelt die Schlange. Im Oberkiefer befindet sich ein Loch, durch welches sie ihre Zunge auch bei geschlossenem Maul herausstrecken kann. Die Schlange hält sich bevorzugt in feuchtem Gras, in Gräben und an den Ufern von Teichen mit reichem Pflanzenwuchs auf. Mitunter entdecken wir sie auch im Gartenteich, denn sie ist ein hervorragender Schwimmer und kann auch elegant tauchen.
Die scheue Ringelnatter ist sowohl am Tage als auch in der Dämmerung aktiv. Sie jagt besonders gern am frühen Morgen und verschlingt ihre Beute lebend. Ihre Hauptnahrung besteht aus kleinen Fischen, Kaulquappen, Fröschen und Molchen, die sie im Wasser und an Land fängt. Auch Schnecken werden gern verspeist.
Nur als leiser Naturbeobachter kann man die geschützte Natter beim Sonnenbaden am Teichrand sehen, denn bereits bei dem leisesten Geräusch flüchtet sie blitzschnell ins Wasser oder Gebüsch.
Zur Vermehrung werden im Juli/August bis zu 40 mattweiße Eier unter Laub, Moos oder im Komposthaufen abgelegt. Nach 2 Monaten schlüpfen dann die nur 20 cm langen Jungnattern. Wenn Schlangen wachsen, häuten sie sich. In der Nähe des Teiches entdeckt man solch eine abgestreifte Außenhaut. Sie wird als „Natterhemd“ bezeichnet und meist eher gesehen, als die Ringelnatter selbst.
In der kalten Jahreszeit verkriecht sich die Schlange in frostfreie Erdhöhlen, unter Baumwurzeln oder in den Komposthaufen und fällt in die Winterstarre.
Libellen haben einen rasanten Flugverkehr am Gartenteich
Einige Gartenteichbewohner haben wir schon kennen gelernt: den über die Wasseroberfläche flitzenden Wasserläufer, den sowohl tauchenden als fliegenden Gelbrandkäfer sowie die gewandt schwimmende Ringelnatter oder den Teichmolch und den Grasfrosch. Aber vielleicht habt Ihr auch einmal königlichen Besuch an Eurem Kleingewässer.
Viele Insekten sind an das Leben im oder am Teich angepasst und so können wir auch viele Libellenarten an unserem kleinen Gartenteich entdecken. Libellen zeichnen sich durch eine prächtige Farbgebung und spektakuläre Flugkünste aus. Die pfeilschnellen Großinsekten sind rasante Flieger und lieben vor allem Teiche mit reichem Pflanzenbewuchs. Keine Angst: Libellen stechen nicht!
Foto: P. Zeininger
Die Große Königslibelle ist eine unser größten Libellen. Der robuste, kräftige Körper ist 7-8 cm lang und hat eine Flügelspannweite von 10 bis 11 cm. Im Sonnenlicht erkennt man die glitzernde Farbenpracht: die Brust ist grün gefärbt, der Hinterleib ist beim Männchen hellblau-schwarz gebändert, beim Weibchen dagegen einheitlich blaugrün. Die Hinterflügel sind breiter als die Vorderflügel. 2 riesige Kugelaugen am Kopf, auch Facettenaugen genannt, mit je 30 000 winzigen Linsen ermöglichen einen Rundblick von fast 360 °C. Damit kann sie ihre fliegenden Beutetiere gut erkennen.
Nach elegantem Flugmanöver schnappt sie ihre Beute mit blitzschnellen, kraftvollen Flugbewegungen und erreicht dabei Geschwindigkeiten von 30 bis 50 km/h. Die Nahrung besteht aus Insekten, wie Mücken und Fliegen, welche sie im Flug verzehren. Libellen können jedoch auch lautlos wie ein Hubschrauber in der Luft stehen und sogar kurzzeitig rückwärts fliegen. Besonders in den Mittagsstunden schweben die großen Flugkünstler lauernd über der Wasseroberfläche des Teiches.
Foto: Blümel
Eine andere Großlibelle ist die häufig an Gartenteichen anzutreffende blaugrüne Mosaikjungfer. Sie wird 6-8 cm groß und hat 9-11 cm breite Flügel. Ihr grüngelb gefärbter Körper hat hellblaue Hintersegmente und ist auffällig kräftig schwarz gezeichnet.
Bei Kleinlibellen sind die Vorder- und Hinterflügel gleich gestaltet. Die nur 4-5 cm große gebänderte Prachtlibelle mit einer Flügelspannweite von ca. 7 cm erkennt man am ebenfalls blaugrünen metallischen Glanz ihres Körpers.
Noch kleiner ist die Hufeisen-Azurjungfer. Das Libellenmännchen trägt auf seinem hellblauen Körper an Brust und Hinterleib dunkle Ringe. Es wird ebenso wie das grünliche Weibchen nur 3 cm groß und hat eine Flügelbreite von nur 4-5 cm. Aber nicht alle Libellen sind blaugrün.
Foto: Bellmann
Ganz anders sieht die 2-3 cm große gemeine Heidelibelle aus. Das Männchen ist an Oberseite des Hinterleibes blutrot gefärbt, die weibliche Libelle sieht olivbraun aus. Heidelibellen sonnen sich gern auf den Spitzen niedriger Pflanzen. Ihre Flügelspannweite beträgt meist nur 4-6 cm.
Zur Vermehrung legen Libellenweibchen ihre Eier an Pflanzenstängeln unter der Wasseroberfläche ab. Die geschlüpften Larven werden Nymphen genannt. Sie ernähren sich von Wasserinsekten, Kaulquappen und kleinen Fischen. Wenn die Nymphen wachsen, streifen sie bis zu 15 mal ihre Haut ab. Vor der letzten Häutung verlassen die Nymphen das Wasser und klettern an einem Pflanzenstängel heraus.
Das erwachsene Insekt (Vollkerf) schlüpft. Manchmal kann man am Teichrand leere Häute finden.
Das Tagpfauenauge – ein leicht erkennbarer Schmetterling
In den Sommermonaten erstrahlt der Garten in einer faszinierenden Farbenpracht. Ein Meer bunter Blüten wird umschwärmt von zahlreichen Schmetterlingen. Mit ihren schillernden Farben und ihrem gaukelnden Flug sind sie willkommene Gäste und verzaubern jeden Garten- und Naturfreund.
Nur kurz setzen sich die Tiere mit den vier kräftig gefärbten Flügeln auf eine Blüte, um nur ein wenig später zur Nächsten weiter zu fliegen. Mitunter legen sie auch eine größere Ruhepause ein und nehmen mit weit ausgebreiteten Flügeln ein Sonnenbad.
Foto: Pforr
Das Tagpfauenauge zählt mit zu den schönsten heimischen Tagfaltern. Es ist von März bis Mai und Juli bis Oktober in Gärten ebenso anzutreffen wie auf Blumenwiesen, in Parkanlagen und an Waldrändern.
Seine Flügel sind einzigartig:
ein majestätisches Farbenspiel und faszinierende Zeichnungen obenauf und eine unscheinbare schwarzbraune Unterseite. Dies dient der Tarnung. In Ruhestellung mit zusammengeklappten Flügeln ähnelt das Tier so einem abgestorbenen Blatt.
Der gewandte Flieger hat eine Flügelspannweite von 50-60 mm. Die auffällig leuchtend blau-schwarzen runden Augenflecke auf den 4 leuchtend orange bis rotbraunen Flügeln mit den ausgezackten Rändern sind ein unverwechselbares Merkmal und fast ein jeder kennt sie. Sie erinnern an die Augen auf den Schwanzfedern eines Pfaus und schrecken viele Fressfeinde, wie hungrige Vögel und Eidechsen, ab. Seine beiden Vorderbeine sind zu bürstenartigen Putzbeinen verkürzt. Wie alle Edelfalter ist auch das Tagpfauenauge sehr Wärme liebend. Es ernährt sich vom zuckerhaltigen Blütennektar der Weiden, der Disteln und des Sommerflieders. Da es dort besonders gut und häufig zu beobachten ist, wird der Strauch oft auch als Schmetterlingsstrauch bezeichnet.
Foto: Pletschinger/Angermayer
Das Falterweibchen legt mehrere 100 hellgrüne Eier auf Brennnesseln ab. Daraus schlüpfen die schwarzen Raupen mit den feinen weißen Punkten. Sie sind nicht behaart, haben aber lange verzweigte Dornen. Die Raupen leben sehr gesellig und ernähren sich fast ausschließlich von Brennnesseln. Sie sind sehr gefräßig, werden bis zu 5 cm lang und entwickeln sich binnen weniger Wochen zur neuen Tagpfauenaugen-Generation.
Mit dem Anlegen einer Ecke mit Wildkräutern und Futterpflanzen vor allem für die Raupen kann man im Garten einen Beitrag zur Erhaltung des Artenreichtums leisten. Das Tagpfauenauge wurde 2009 zum Schmetterling des Jahres gekürt und zählt zu den geschützten Tierarten!
Wenn der Blütenreichtum im Garten versiegt und die kalte Jahreszeit beginnt, sucht sich das Tagpfauenauge zur Überwinterung einen kühlen, dunklen Ort und fällt in Baumhöhlen, auf Dachböden oder auch in verlassenen Fuchsbauen in die Winterstarre.